Fazua Evation Antrieb

Alle Informationen samt Fahrbericht über den Fazua Evation e-Bike Antrieb.
 

Die Vorstellung des neuen Fazua Evation Antriebs hat in der e-Bike Welt erstaunte Gesichter und eine Menge Neugierde hervorgerufen. Denn dieser e-Bike Antrieb ist vollkommen anders als alle bisher gekannten Motoren. Das Münchener Start-Up hat es geschafft ein komplett neues Motorkonzept auf den Markt zu bringen, wodurch der Fazua-Motor das Bindeglied zwischen Fahrrad und e-Bike darstellt, dass viele bisher vermisst hatten. Die Antriebseinheit gehört zu den leichtesten auf dem Markt und ist so klein, dass sie unsichtbar im Unterrohr verschwindet. Ebenfalls einzigartig ist, dass die Driveunit komplett aus dem e-Bike entfernt werden kann und so das bekannte, herkömmlich Fahrrad-Fahrgefühl ermöglicht wird – ohne wenn und aber und ohne Einschränkungen. Was den Fazua Antrieb im Detail auszeichnet, welche technischen Eigenschaften er besitzt und wie das Fahrgefühl mit dem superleichten e-Bike Motor ist, erfährst du hier.

 

 

Leicht und unsichtbar: Der Fazua Evation Antrieb

Eine Besonderheit des Fazua e-Bike Antriebs ist sein geringes Gewicht und sein schlankes Erscheinungsbild. Die Antriebseinheit besteht im Wesentlichen aus zwei schlanken Röhren, dem Drivepack und dem Akkupack. Wie die Namen bereits verraten, befindet sich in der einen schwarzen Röhre der Pedelec-Akku mit 250 Wh, in dem dazu passenden Gegenstück sitzt das Herz der Einheit: der e-Bike Motor mit 60 Nm und 250 Watt. Diese beiden Teile de Antriebseinheit lassen sich einfach ineinander schieben und verschwinden gemeinsam im Unterrohr des Bikes.

Das beste an dieser Konstruktion: Die Antriebseinheit lässt sich komplett (!) aus dem e-Bike entfernen, wodurch sich das e-Bike wie ein herkömmliches Fahrrad fahren lässt und darüber hinaus auch noch um etwa 3 Kilo leichter wird. Außerdem soll der Fazua Antrieb oberhalb der Geschwindigkeitsgrenze von 25 km/h komplett entkoppeln, so dass der Fahrer keinen Motorwiderstand mehr spürt – in unserem Fahrbericht weiter unten klären wir, ob das stimmt.

Der Fazua Evation Pedelec-Antrieb besteht aus vier Komponenten: Drivepack, Akkupack, Tretlager und Fernbedienung.

Fazua Evation 2018: Tretlager, Drivepack, Akkupack und Remote für den Lenker

Schlanker integrierter Fazua Evation Antrieb im Unterrohr weicht kaum dem Design herkömmlicher Fahrräder ab
 

Der Wolf im Schafspelz

Mit einem Gesamtgewicht von nur 3,3 Kilogramm ist der Fazua Evation nicht nur unfassbar leicht, er ist auch so schlank, dass Antrieb und Akku zusammen weniger Platz im Unterrohr beanspruchen, als ein integrierter 500 Wh Akku vieler anderer Hersteller. Und so haben es die Entwickler des Münchener Unternehmens geschafft, ihr Ziel zu erreichen: Eine Antriebseinheit zu entwickeln, die so schlank ist, dass die mit diesem Motor ausgestatteten e-Bikes sich optisch kaum von herkömmlichen Fahrrädern unterscheiden.

 

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Technische Daten Fazua Evation

  • Gewicht: 3,3 Kilogramm (Motor-/Getriebeeinheit, Akku und Tretlagergetriebe)
  • 60 Nm Drehmoment
  • 250 Watt Nennleistung (Peak 400W)
  • 250 Wh Akku (Samsung e35-18650 Zellen)
  • empfohlene maximale Kadenz: 100 U/min
  • 3 Unterstützungsstufen: Breeze (125W), River (250W), Rocket (400W)
  • Tretkraftunterstützung: bis 25 km/h
  • Sensoren: Drehmoment, Trittfrequenz, Geschwindigkeit
 
 

Technische Besonderheiten des Fazua Antriebs

Über einen Schalter auf dem Unterrohr wird die mechanische Entriegelung der Antriebseinheit gelöst und Motor samt Akku können schnell und unkompliziert aus dem e-Bike Rahmen entfernt werden. Gut so, denn der Akku muss zum Laden entnommen werden, das Laden im e-Bike ist nicht möglich.

Möglich wird die super einfache Entnahme des Drivepacks über eine mechanische Steckverbindung (Sternrad) der Antriebseinheit mit dem Tretlager. Durch diese Lösung verzichtet der Fazua Evation Antrieb an dieser Stelle auch komplett auf Kabel.

Ein kleiner Schalter auf dem Oberrohr entriegelt den Fazua e-Bike Antrieb, so dass er einfach entnommen werden kann.

Die mechanische Steckverbindung des Fazua Evation e-Bike Antriebs mit dem Tretlager funktioniert über ein Sternrad.

Aber nicht nur im Alltags-Handling, sondern auch beim Fahren selbst bringt dieser e-Bike Antrieb einige Vorteile: Das Tretlager, das die Kurbeln mit dem Antrieb verbindet, ist Freilauf-fähig. Ein weiterer Freilauf befindet sich im Motor selbst, so wird die Entkopplung des Motors bei Geschwindigkeiten über 25 km/h ermöglicht. Und auch an dieser Stelle muss wieder auf die kompakte Bauweise hingewiesen werden, denn dadurch werden Kettenstreben-Längen wie bei einem herkömmlichen Rad möglich. Ein gutes Beispiel dafür ist das Raven2, das exakt die selbe Kettenstreben-Länge hat, wie sein unmotorisierter Bruder Raven. Die Zahnräder des Getriebes sind außerdem aus Kunststoff, was den Motor nicht nur leichter, sondern auch leise macht.

 

Wir haben den Fazua e-Bike Antrieb im XC e-Mountainbike Focus Raven2 getestet
 

Fahrgefühl des Fazua Antriebs im Focus Raven2

Wir konnten diesen neuen und revolutionären e-Bike Antrieb bereits testen – im Focus Raven2.  Und natürlich haben uns dabei zwei Dinge ganz besonders interessiert: Reicht die Akkukapazität von 250 Wh im Alltag tatsächlich aus? und Ist die Art und die Kraft der Unterstützung mit anderen e-Bike Antrieben wie Bosch oder Shimano vergleichbar? Und in Folge der letzten Frage: Welche Einsatzzwecke ergeben sich folglich für diesen e-Bike Antrieb?

Wir haben den leichten Fazua Antrieb ausgiebig im Focus Raven2 2018 getestet.

Das Focus Raven2 ist ein klassisches XC-Bike. Also ein Rad für lange schnelle Touren, die über jede Art von Untergrund und Strecke führen. Auf solchen Rädern ist man auch ohne Motor bereits schnell unterwegs, weshalb wir bei der Tretkraftunterstützung bis 25 km/h zunächst skeptisch waren. Es stellte sich aber schnell heraus, dass der Fazua Motor seine Kraft genau dann einsetzt, wenn man sie wirklich nötig hat: An Steigungen und bei Gegenwind – eben genau dann, wenn der Körper Spitzenleistungen erbringen muss.  Auch das häufige Überschreiten der 25km/h-Grenze ist mit dem Fazua Evation nicht zu spüren, denn der innere Widerstand des Motors entkoppelt wie vom Hersteller versprochen sehr gut, wodurch der Motor unterhalb der Geschwindigkeitsgrenze sanft aber gleichmäßig unterstützt, sich darüber unmerklich entkoppelt, wodurch der Fahrer unverändert weiter pedalieren kann. Eine Eigenschaft, die besonders in wechselndem Gelände wirklich von Vorteil ist. In der Ebene oder bergab kann man vollen Druck auf die Pedale ergeben und erreicht so locker 30-40 km/h. An der nächsten Steigung fällt man sanft zurück in den Unterstützungsbereich und fährt weiter im Fluss.

Reicht ein 250 Wh Akku aus?

Kaum zu unterscheiden: Das Drivepack und das Akkupack vom neuen Fazua Evation e-Bike Antrieb.Während unserer Fahrten wurde eines ganz deutlich: Der Fazua Antrieb, als Bindeglied zwischen Fahrrad und e-Bike, möchte in einem e-Bike nicht die erste Position einnehmen. Er möchte sich zurückhalten, dem Fahrer das Pedalieren überlassen und nur dort eingreifen, wo er tatsächlich benötigt wird. Dieser Antrieb ist (im Moment) nicht für Personen geeignet, die sich auf 100% ihrer Strecken vom Motor unterstützen lassen möchten und im Turbomodus sanfte Steigungen nehmen. Dieser Antrieb ist optimal für sportlich begeisterte Fahrer, die gerne an ihre körperlichen Grenzen gehen, sich auspowern und denen Fazua eben nur mehr Möglichkeiten, schnellere Zeiten oder anspruchsvollere Strecken ermöglicht. Wir sind den Motor im Focus Raven2 genauso gefahren und mussten feststellen, dass die Akkukapazität von 250 Wh bei dieser Fahrweise absolut ausreichend ist.

 

Leistungsentfaltung des Fazua Evation Antriebs - kann er mit Bosch & Co mithalten?

Fazua Evation bietet drei Unterstützungsstufen, die über eine schlichte Fernbedienung am Lenker per Knopfdruck gewechselt werden.  Auf steilen Strecken bietet die höchste Unterstützungsstufe 400 Watt zusätzliche Leistung auf der Kurbel. Diese Leistung gibt der Antrieb aber nicht ganz so freiwillig her, wie die bewährten Motoren von Shimano, Bosch oder Brose. Man muss schon mehr Druck auf das Pedal ausüben, um den Schub – also einen spürbaren Drehmoment – vom Antrieb zu erhalten. Darüber hinaus arbeitet der Motor sehr sanft und gleichmäßig. Die Wechsel von Motorleistung und Entkopplung des Motors sind kaum spürbar, der Motor arbeitet mit dem e-Bike und dem Fahrer optimal zusammen.

Der Fazua Antrieb wird einfach über eine Remote/Fernbedienung am Lenker gesteuert.

 

Unser Fazit zum Fazua Evation e-Bike Antrieb

Unser Testbike Focus Raven2 fuhr sich mit dem Fazua Evation Motor wie ein Fahrrad. Durch die sanfte Motorunterstützung konnten wir aber längere und anspruchsvollere Strecken fahren. Ein toller Motor für all diejenigen, die in erster Linie auf ihre eigene Kraft und Ausdauer setzen, sich aber vom e-Bike Antrieb ein Plus an Ausdauer und Kraft erhoffen.

Fazit von unserer Testfahrt mit dem Fazua Evation und dem Focus Raven2 2018
 
 

Wer ist Fazua?

2013 hat sich in München ein Start-Up gegründet mit dem Ziel, die e-Bike Branche zu revolutionieren. Um dieses Ziel zu erreichen sollte eine Antriebseinheit geschaffen werden, die das natürliche Fahrgefühl mit den Vorteilen eines elektrisierten Rades kombiniert. Einige Preise und Awards beweisen, dass das Unternehmen dieses Ziel erreicht hat. Seit Sommer 2017 wird das e-Bike Antriebssystem Fazua Evation nun auch an Hersteller ausgeliefert und findet sich in dieser Saison zum Beispiel in dem superleichten XC-Bike Focus Raven2.

2016 prognostizierten die Geschäftsführer von Fazua, dass die eigene Antriebseinheit bereits in 5 Jahren im internationalen e-Bike Markt fest etabliert wäre. Nun, 2 Jahre später, stehen die Chancen gut, dass diese Prophezeiung sich bewahrheitet. Denn der Antrieb hat nicht nur Hersteller und Tester überzeugt, sondern auch die Investoren.  Im März 2018 hat Fazua in einer weiteren Finanzierungsrunde 6,5 Millionen Euro erhalten. Mit diesem Geld soll das Produktionsvolumen drastisch erhöht, die Entwicklung vorangetrieben und das derzeit 38 Personen starke Team weiter ergänzt werden.